Dauerausstellung
„Unsere wahre Identität sollte vernichtet werden“

Das missglückte Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944, welches insbesondere mit dem Namen von Stauffenberg verbunden wird, ist vielleicht der bedeutendste Versuch gewesen, sich von der Nazi-Herrschaft zu befreien. Noch in derselben Nacht wurden Claus Schenk Graf von Stauffenberg, sein Adjutant Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quiernheim und Friedrich Olbricht im Hof des Bendlerblocks in Berlin erschossen. Allein in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee werden in der Folgezeit 89 Menschen ermordet, die den Widerstandskreisen des 20. Juli 1944 zugerechnet werden können und diese unterstützt haben.
Am 3. August 1944 postulierte Reichsinnenminister Heinrich Himmler eine "absolute Sippenhaftung": "Dieser Mann hat Verrat geübt, das Blut ist schlecht, da ist Verräterblut drin, das wird ausgerottet. Und bei der Blutrache wurde ausgerottet bis zum letzten Glied in der ganzen Sippe. Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht werden bis ins letzte Glied. (Beifall) Denn das muß ein einmaliges warnendes Beispiel sein.". Die Eltern, Geschwister und Ehefrauen der Widerständler kommen i.d.R. ins Konzentrationslager (KZ), die Kinder mit einem Mindesalter von 16 Jahren, die jüngeren kommen in Sippenhaft nach Bad Sachsa ins Borntal und dienen als Druckmittel, um aus den Erwachsenen noch mehr Namen von Teilnehmern rauszupressen. Der älteste ist Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanenfeld (15 Jahre), das jüngste Kind ist Dagmar Hansen (weniger als 1 Monat alt!). Soweit sie Geschwister sind werden die insgesamt 46 Kinder getrennt und in unterschiedlichen Häusern im Borntal untergebracht. Sie erhalten neue Namen: "Du heißt ab heute nicht mehr "Stauffenberg" sondern "Meister"...

Nach dem einige Kinder zum Rest ihrer Familien zurückgebracht wurden, verblieben zum Kriegsende 18 Kinder, die ins KZ Buchenwald verbracht werden sollten. Ein Luftangriff auf Nordhausen verhinderte dies. Direkt nach der Befreiung wird Bürgermeister Willi Müller zum kommissarischen Bürgermeister der Stadt Bad Sachsa benannt; er stellt die Kinder unter seinen persönlichen Schutz und sagt zu ihnen wörtlich: Und jetzt heißt ihr wieder so wie früher, ihr braucht euch eurer Namen und Väter nicht zu schämen, denn sie waren Helden.“

Text: Ralph Boehm, Vorsitzender des Fördervereins Heimatmuseum Bad Sachsa

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Am Kurpark 6
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Die Dauerausstellung "Unsere wahre Identität sollte vernichtet werden" hat die gleichen Öffnungszeiten wie die Tourist-Information Bad Sachsa.

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